Ein Leuchtturm wird zum Wohnhaus: Leben rund um eine Wendeltreppe
Man stelle sich einen Leuchtturm als behagliches Zuhause an der Küste vor: Geschwungene Räume, durchdachter Stauraum und eine Wendeltreppe machen aus einem ungewöhnlichen Bauwerk einen Ort für alltägliche Rituale.
Dreams of Legend
Ein Zuhause im Leuchtturm lädt zu einer besonderen Art von Tagtraum ein: Frühstück an einem tief in der Wand sitzenden Fenster, Bücher in geschwungenen Wänden und ein abendlicher Aufstieg dem vom Meer erhellten Himmel entgegen. Hier geht es um einen erdachten Umbau, nicht um eine dokumentierte Immobilie oder ein Ausflugsziel. Der Reiz liegt darin, auszuloten, wie ein eindrucksvolles, vertikal ausgerichtetes Bauwerk zu einem einladenden Zuhause werden könnte, ohne seinen unverwechselbaren Charakter zu verlieren.
Die Treppe als Herzstück des Hauses
In diesem Entwurf verbindet eine Wendeltreppe die Räume wie ein durchgehender Faden. Holzstufen verleihen einer schlanken Metallkonstruktion Wärme, während ein glatter Handlauf beim Aufstieg Sicherheit vermittelt. Kleine Fenster an den Treppenabsätzen laden unterwegs zum Innehalten ein. Bei jedem tatsächlichen Umbau müssten Fachleute die Tragstruktur, den Brandschutz, die Barrierefreiheit und die Fluchtwege prüfen; Romantik allein macht einen Turm noch nicht alltagstauglich.

Eine Küche, die der Rundung folgt
Die erdachte Küche liegt auf einer der unteren Ebenen, sodass Einkäufe und alltägliche Hausarbeiten nahe am Eingang bleiben. Schränke mit geringer Tiefe folgen dem Raumumfang, mit Fronten aus heller Eiche und einer strapazierfähigen Arbeitsplatte aus Stein. Statt eine große Kücheninsel hineinzuzwängen, lässt ein kompakter runder Tisch genügend Bewegungsfreiheit. Die offenen Regale beschränken sich auf einige Lieblingsschalen, damit die ungewöhnliche Raumgeometrie sichtbar bleibt.

Ein Wohnzimmer mit Raum zum Durchatmen
Ein Stockwerk höher schmiegt sich ein geschwungenes Sofa unterhalb einer tiefen Fensterlaibung an die Wand. Ein Wollteppich, Leinenkissen und eine verstellbare Leselampe bringen Behaglichkeit in den Raum, ohne ihn zu überladen. In den Unterbau der Sitzmöbel ist Stauraum integriert. Die Farbpalette bleibt zurückhaltend – Kreideweiß, Sand und gedämpftes Blau –, sodass das wechselnde Tageslicht und der erdachte Küstenblick die stärksten dekorativen Akzente setzen.

Schlafen zwischen gerundeten Wänden
Das Schlafzimmer setzt auf Schlichtheit statt auf maritime Inszenierung. Ein niedriges Bett steht mit Abstand zur Treppe; kleine Wandregale ersetzen wuchtige Nachttische. Bodenlange Vorhänge verleihen der Fensternische Weichheit und helfen, das frühe Morgenlicht zu regulieren. Ein frei stehender Kleiderschrank würde den Raumfluss unterbrechen, deshalb sieht dieser Entwurf passgenauen Stauraum in einem sorgfältig ausgemessenen Abschnitt der geschwungenen Wand vor.

Ein kleines Bad, sorgfältig durchdacht
Im vorgeschlagenen Bad treffen warmgraue Fliesen auf einen kompakten Waschtischunterschrank aus Eiche und Armaturen aus gebürstetem Metall. Eine gläserne Duschabtrennung lässt die begrenzte Grundfläche optisch offen wirken. Feuchtigkeitsregulierung, Leitungsführung und Zugänglichkeit für Wartungsarbeiten würden bei einem realen Projekt besondere Aufmerksamkeit erfordern. Der Traum ist hier kein luxuriöses Spa, sondern ein komfortabler Raum, in dem jedes Detail seinen Platz verdient.

Der Laternenraum als stiller Rückzugsort
Ganz oben wird der erdachte ehemalige Laternenraum zu einem Rückzugsort zum Lesen, statt zu einem weiteren belebten Wohnbereich. Zwei niedrige Sessel und ein kleiner Tisch halten den Ausblick frei. Verschattung und geeignete Verglasung müssten sorgfältig bedacht werden, bevor ein solcher Raum behaglich sein könnte. Der hier erhoffte Gewinn ist schlicht: ein Ort, an dem man mit einem aufgeschlagenen Buch beobachten kann, wie das Wetter heranzieht.


Bei diesem Leuchtturmtraum geht es weniger darum, einen Turm mit Möbeln zu füllen, als jeder Ebene einen sinnvollen Zweck zu geben. Selbst der geschützte Eingangshof bietet einen nützlichen Gegenpol: einen Platz zum Sitzen, ohne Treppen steigen zu müssen. Mit durchdachter Gestaltung – und gründlichen Prüfungen bei jedem tatsächlichen Umbau – kann außergewöhnliche Architektur einen überraschend sanften Lebensrhythmus nahelegen.