Wohnen im umgebauten Gasometer: Industrielle Dimensionen treffen auf Wohnlichkeit
Stellen Sie sich ein Zuhause in der monumentalen Hülle eines ehemaligen Gasspeichers vor, in dem geschwungene Ziegelwände, reichlich Tageslicht und behagliche Räume industrielle Dimensionen in alltäglichen Wohnkomfort verwandeln.
Dreams of Legend
Manche Traumhäuser beginnen mit einem Ausblick; dieses beginnt mit einer bemerkenswerten Silhouette. Ein ehemaliger Gasometer eröffnet die Möglichkeit, in einem industriellen Wahrzeichen zu wohnen, dessen kreisrunde Hülle eine völlig andere Welt umschließt. Die hier vorgestellte Wohnung ist ein imaginärer Entwurf, keine dokumentierte Wohnung und auch keine Unterkunft, die sich buchen lässt.
1. Eine monumentale Hülle mit neuer Bestimmung
Gasometer wurden zur Speicherung von Gas gebaut, nicht zum Wohnen. Ihr Umbau verlangt daher mehr als schöne Möbel: Neue Wohnstrukturen, Tageslicht, Belüftung, Erschließung und Brandschutz müssen gleichermaßen durchdacht werden.

Die Wiener Gasometer sind ein reales Beispiel für ehemalige Gasspeichergebäude, die für eine gemischte Nutzung einschließlich Wohnen umgebaut wurden. Unser fiktiver Entwurf greift diese übergeordnete Idee auf, ohne den Anspruch zu erheben, ihre Innenräume nachzubilden. Hier wird eine erhaltene Ziegelhülle zum Rahmen für eine neue Wohnstruktur, wobei Alt und Neu bewusst als solche erkennbar bleiben.
2. Ein Wohnzimmer, das die Rundung aufgreift
In der imaginären Wohnung folgt das Wohnzimmer dem Kreisumfang, statt sich ihm zu widersetzen. Ein niedriges, geschwungenes Sofa steht neben einem Wollteppich, während ein freistehendes Bücherregal aus Eichenholz eine ruhigere Leseecke abgrenzt, ohne die Weite des Raums zu unterbrechen.

Sichtbares Ziegelmauerwerk sorgt für Struktur; heller Putz und warmes Holz halten die Atmosphäre sanft. Der Raum wirkt großzügig, aber nicht hallenartig. Sorgfältig gruppierte Möbel schaffen eine behagliche Insel innerhalb des größeren architektonischen Volumens.

3. Alltägliche Rituale in der Küche
Die Küche befindet sich in einem geradlinigen Einbau innerhalb des geschwungenen Grundrisses. Eichenschränke mit glatten Fronten, eine Arbeitsplatte aus gebürstetem Metall und eine Insel mit Steinplatte verleihen ihr einen praktischen, haptisch ansprechenden Charakter. Der Stauraum erstreckt sich entlang des Einbaus in die Höhe, statt die historische Wand zu verdecken.
Ein runder Esstisch verbindet die beiden Geometrien. In diesem imaginären Grundriss bringen Fenster zu einem neuen Innenhof Licht bis an den Frühstückstisch. So fühlt sich der morgendliche Kaffee in einer derart ungewöhnlichen Hülle überraschend häuslich an.

4. Ein Schlafzimmer mit kleinerem Maßstab
Das Schlafzimmer nimmt sich bewusst von der industriellen Dramatik zurück. Eine niedrigere Decke, Leinenvorhänge und ein gepolstertes Kopfteil schaffen eine sanftere räumliche Geborgenheit. Ein unverkleideter Ziegelpfeiler bleibt als Erinnerung an das umgebende Gebäude sichtbar.
Eine Sitzbank am Fenster wird zum bescheidenen Luxus des Raums: tief genug zum Lesen, mit Schubladen darunter für Bettwäsche. Akustische Trennung und regulierbare Verschattung wären wesentliche Aspekte der Planung, keine Details, die man erst bei der Einrichtung berücksichtigen sollte.

5. Ein ruhiges, sorgfältig platziertes Badezimmer
Das vorgeschlagene Badezimmer liegt innerhalb der neuen Konstruktion, wo sich die Sanitärinstallationen koordinieren lassen, ohne das alte Mauerwerk als unbegrenzt nutzbare Installationszone zu behandeln. Matte Fliesen, ein Waschtischunterschrank aus Eichenholz und eine begehbare Dusche bilden eine ruhige Materialpalette.

Indirektes Tageslicht durch ein hoch gelegenes, innenliegendes Glaselement würde dem Raum eine sanftere Wirkung verleihen, während Privatsphäre, Belüftung und Feuchteregulierung eine fachgerechte technische Planung erfordern würden. Der Traum wirkt gerade deshalb erholsam, weil die praktische Arbeit ihn trägt.
6. Gemeinschaftsraum unter der Hülle
Außerhalb der Wohnung sieht der fiktive Entwurf ein bepflanztes zentrales Atrium vor. Brücken und geschützte Erschließungswege machen die Dimensionen des Gebäudes sichtbar, während Bänke Gelegenheit zum Verweilen bieten. Die Bepflanzung wäre auf geeignete Lichtverhältnisse, Bewässerung und Pflege angewiesen, nicht allein auf Atmosphäre.

Eine imaginäre Terrasse mit Blick auf dieses Atrium vervollständigt das Bild: ein kleiner Tisch im Freien, einige robuste Pflanzgefäße und dahinter die aufragende Ziegelhülle. Der Reiz besteht nicht einfach darin, an einem enorm großen Ort zu wohnen. Er liegt darin, innerhalb dieser Dimensionen Geborgenheit zu finden und einer industriellen Struktur zu erlauben, den gewöhnlichen Freuden des Wohnens einen Rahmen zu geben.